Bodenbelag Linoleum: umweltfreundlich, pflegeleicht, vielseitig

Bodenbelag Linoleum: umweltfreundlich, pflegeleicht, vielseitig
Kluge_linoleum

Inhaltsverzeichnis

Linoleum erfreut sich schon seit den 80er Jahren ungebrochener Beliebtheit. Besonders in öffentlichen Gebäuden, Gewerberäumen und Krankenhäusern wird der Bodenbelag standardmäßig eingesetzt. Auch für Privathaushalte eignet sich Linoleum gut. Viele Argumente sprechen für das Material: Es ist schwer entflammbar, strapazierfähig, antistatisch und wesentlich weniger feuchtigkeitssensitiv als Holz. Seine Verwendung ist bedeutend umweltfreundlicher als der Einsatz von PVC oder Vinylboden und die Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Selbst als Wandbehang wird das Material mittlerweile eingesetzt.

Ökologischer Bodenbelag

Linoleum ist ein reines Naturprodukt: Zur Herstellung des Bodenbelags werden unter anderem Materialien wie Holzmehl, Kalkstein, Leinöl und Baumharz verwendet – also ausschließlich natürliche, zu großem Teil nachwachsende Rohstoffe. Das macht Linoleum zu einer hervorragenden Wahl für den ökologischen Hausbau. Der Bodenbelag ist, im Gegensatz zu PVC und Vinylboden, sogar kompostierbar. Auch für Kinder ist Linoleum gut geeignet: Es besitzt fungizide, antibakterielle Eigenschaften und ist frei von Weichmachern und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen.

Linoleum Reinigung - Was gibt es zu beachten?

Einen Linoleumboden zu reinigen ist ausgesprochen einfach. Bei geringer Verschmutzung reicht es aus, den Boden zu fegen oder staubzusaugen und regelmäßig feucht durchzuwischen. Am besten sollten hierfür pH-neutrale Reinigungsmittel verwendet werden, da ein höherer pH-Wert als 9 der Oberfläche schaden kann. Das Wischwasser sollte zudem nicht zu heiß sein. Außerdem muss der Boden zwischendurch die Gelegenheit haben, vollständig zu trocknen. Bohnerwachse können die Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit des Linoleums zusätzlich erhöhen.

Linoleum: Ein Bodenbelag erobert die Welt

Patentiert wurde das Material schon 1860 in England: Der britische Unternehmer Frederick Walton baute auf Basis seiner Erfindung die erste Linoleumfabrik auf. Seine Entdeckung war reiner Zufall: Bei der Arbeit entdeckte er auf einer Farbdose mit Farbe auf Leinölbasis eine feste, gummiartige Schicht. Es handelte sich um oxidiertes Leinöl, dessen Herstellung er patentierte und allmählich als Bodenbelag im Markt etablierte. Beliebtheit erlangte Linoleum wegen seiner leichten Reinigung – eine Eigenschaft, die vor allem in öffentlichen Gebäuden und Krankenhäusern geschätzt wurde. Heute wird der günstige, haltbare Bodenbelag auf der ganzen Welt eingesetzt.

Vielseitige Designs

Ein weiterer Vorteil von Linoleum sind die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Es gibt den Boden in verschiedensten Holzmaserungen – dunkle und helle Maserungen sind ebenso ohne Aufpreis möglich wie spannende Designs mit ungewöhnlicher Mischholz-Optik. Beliebt sind die einfarbigen Beläge mit melierter Musterung, aber auch detailgetreue Fliesendesigns werden gerne umgesetzt. Für das Badezimmer ist Linoleum übrigens nicht geeignet – hier kann die Feuchtigkeit dem Boden schaden. Bei der Auswahl des Linoleums gilt: Erlaubt ist, was gefällt. In dunklen Räumen empfiehlt es sich allerdings, auf Schwarz zu verzichten. Ein heller Belag hingegen kann einen Raum optisch vergrößern. Grau eignet sich sehr gut für die Kombination mit warmen Farbtönen, warme Gelbtöne lassen schlecht beleuchtete oder verwinkelte Räume freundlicher und heller erscheinen. Zu Bedenken ist bei der Wahl des Musters auch, dass der Boden mit der Zeit nachdunkelt.

Laminat oder Linoleum?

Laminat und Linoleum werden häufig verwechselt – zu erkennen ist Laminat vor allem daran, dass es ein wenig stabiler und dicker ist. Linoleum hingegen ist elastischer und damit besonders gelenkschonend. Laminat wird außerdem ausschließlich in Platten geliefert, während Linoleum gerollt werden kann und oft auch in einem oder wenigen Stücken verlegt wird. Zudem ist Laminat vornehmlich in Holzoptik verfügbar, seltener auch in anderen Versionen, zum Beispiel Marmoroptik. Linoleum hingegen gibt es sowohl mit Holzoptik als auch in bunten, melierten Mustern. Die Entscheidung zwischen den beiden Arten von Bodenbelag sollte von Fall zu Fall entschieden werden, grundsätzlich lässt sich aber sagen: Je mehr Belastung der Boden ausgesetzt ist, zum Beispiel durch rollende Bürostühle oder Wägen, desto eher eignet sich das festere Laminat. Für Flächen wir Turnhallen ist das leicht federnde Linoleum hingegen ideal.

Bild: Arek Socha/Pixabay