Tapeten entfernen in 10 Schritten

Tapeten entfernen in 10 Schritten
©rodimovpavel

Inhaltsverzeichnis

Tapeten entfernen ist ein unbeliebtes Thema, wobei man sich die Arbeit mit den richtigen Tipps und Tricks wesentlich erleichtern kann.

Tapeten werden vor allem entfernt, um den Untergrund entsprechend neu vorzubereiten. Ein Übertapezieren von einer Tapete auf die nächste sieht nicht nur furchtbar aus, sondern verdoppelt die Erschwernis beim Abreißen, wenn es dann mal richtig gemacht werden soll. Deshalb führt kein Weg am Tapeten entfernen vorbei. Mit diesen 10 Schritten geht die Arbeit viel leichter:

1. Vorbereitet sein

Vor Beginn der Arbeiten sollte man sich alles bereitstellen, was das abreißen der Tapeten erleichtert und zwar nicht nur Wasser. Umso besser man sich vorbereitet, umso leichter geht die Tapete von der Wand.

Abdeckmaterial: Es ist wichtig, ausreichend wasserundurchlässige Abdeckfolie, Klebeband und Abdeckvlies vorrätig zu haben

Leiter: Je nach Raumhöhe sollte man eine standsichere Leiter haben, mit der ein einigermaßen ermüdungsfreies Arbeiten auch möglich ist.

Cuttermesser: Ein gutes Cuttermesser mit Wechselklingen erleichtert Ihnen nicht nur die Abdeckarbeiten, es dient auch zum einschneiden der Tapete, wenn z.B. nur die Tapete auf der Wand entfernt werden soll.

Stilspachtel: Ein Stilspachtel ist das gängigste Malerwerkzeug. Er hilft beim Entfernen von Unebenheiten und der Tapete.

Tapetenschaber mit Wechselklingen: Der Tapetenschaber ist effektiver, als der Stilspachtel, da er eine schmale stabile Klinge hat, mit der man die Tapete sehr leicht abschaben kann. Für diese Schaber sind Wechselklingen erhältlich. Ein absolutes Muss für einen umfangreichen Abriss.

Baumspritze oder Kleisterbürste: Mit einer Baumspritze oder einer Kleisterbürste kann man das Wasser leicht auftragen. Das Arbeiten mit einer Baumspritze ist wesentlich ermüdungsfreier, als mit dem Quast.

Perforierwalze/Nadelwalze: Eine Perforierwalze / Nadelwalze soll die Tapete durchdringen, so dass das Wasser besser hinter und in die Tapete geht. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Anstriche auf Tapeten das Wasser eben nicht gut durchlassen, besonders bei Kunststoff-Dispersions- und Latexfarben.

Eine Lichtquelle + Kabeltrommel: Eine einfache Baulampe oder Stehlampe, die als Lichtquelle dient, wenn der Strom abgestellt ist – Mit der Kabeltrommel kann man sich Strom aus einem Zimmer holen, wo der Strom nicht abgeschaltet ist.

Lauwarmes Wasser: Lauwarmes Wasser ist der wichtigste Faktor. Warmes Wasser nimmt Substanzen, wie z.B. Spülmittel, besser auf.

Spülmittel („Fit“): Spülmittel, wie man es aus dem Haushalt eben kennt – Es bricht die Oberflächenspannung des Wassers und sorgt dafür, dass dieses besser eindringen kann.

Kleisterpulver: Unser Geheimtipp, wenn es mal schwieriger wird – Es sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit länger auf der Tapete steht und nicht in den Untergrund einzieht.

Große reißfeste Mülltüten: große Mülltüten als Rollenware, möglichst mit einer dicken und reißfesten Folie – Wir verwenden die blauen Mülltüten.

Wichtig: 1,5 l Wasserflasche. Man wird bei der hohen Luftfeuchtigkeit und den körperlichen Arbeiten schnell durstig. Umso besser, wenn man gut vorbereitet ist. Also viel trinken!

2. Abdeckarbeiten

Gerade, wenn man mit Wasser in der Wohnung arbeitet, sollte dieses nur auf den Tapeten sein und nicht in den Fugen des Laminats, des Parketts oder auf dem Teppich. Das heißt, der Boden, die Scheuerleisten und alle Anschlüsse sind vor dem Entfernen der Tapete ordentlich zu schützen. Insbesondere sollte man auch darauf achten, dass einfache Holzbauteile unter der Einwirkung von Feuchtigkeit quellen. Holzzargen, Türblätter usw. können beschädigt werden.

Auf dem Boden verklebt man eine Folie. Diese wird dann mit Abdeckvlies belegt, so hat man den doppelten Schutz, denn die nassen Stücke fallen beim Entfernen auf die Abdeckung und diese sollte nach Möglichkeit dabei nicht durchfeuchten. Das Abdecken mit Abdeckpappe entfällt somit.

Hölzerne Türzargen und Anschlüsse sollten ebenfalls mit Folie abgedeckt werden.

Abdeckkappen von Lichtschaltern, Steckdosen usw. sind vor dem Entfernen der Tapeten zu demontieren. Da die meist aus Kunststoff bestehenden Abdeckungen nie richtig gereinigt werden, werfen Sie diese am besten in einen Eimer mit Fitwasser, so dass sie für den Zeitraum der Arbeiten einweichen können. Am Ende werden diese abgespült, abgetrocknet und wieder montiert.

Profitipp: Packen Sie die Schrauben in einen kleinen Behälter und stellen ihn sicher bei Seite, es ist immer ärgerlich, wenn Schrauben nachher fehlen.

Scheuerleisten sollten nur demontiert werden, wenn diese es auch zulassen, also, nicht so befestigt wurden, dass ein Abnehmen und wieder Anbringen sie irreparabel beschädigen würde.

3. Sicherung raus!

In dem Zimmer, in dem gearbeitet wird, sollte der Strom abgestellt werden. Es ist einfach zu gefährlich, wenn das Wasser in die Steckdosen läuft. Viele Maler haben beim Abreißen oder Tapezieren schon den berühmten Stromschlag gespürt.

Phasenprüfer

4. Licht an!

Legen Sie sich mit einer Kabeltrommel Strom ins Zimmer. Ein einfacher 400 Watt-Strahler reicht hier meist vollkommen aus. Schnell kann es bei dieser Arbeit auch mal spät werden, so dass man nicht im Dunkeln stehen sollte.

Kabeltrommel und Licht-Strahler

5. Einschneiden!

Sollte z.B. nur die Wandtapete und nicht die Tapete auf der Decke entfernt werden, ist es wichtig, diese scharfkantig mit dem Cuttermesser einzuschneiden, da sonst beim Abriss die Deckentapete mit beschädigte würde. Gleiches gilt umgekehrt und für alle anderen Bauteile. Schneiden Sie die Tapete entlang der Scheuerleiste ein, insofern Sie diese nicht abgebaut haben. Schneiden Sie Türanschlüsse ein, wenn die Türzarge erst nach der Tapete eingebaut wurde. Das Ergebnis wird durch das Einschneiden deutlich besser werden.

Cutter-Messer

6. Untergrund perforieren

Man kann hierzu eine Nadelwalze oder ein professionelles Perforiergerät verwenden. Man beschädigt dabei die Tapete durch das kräftige Überrollen, so dass diese durchstoßen wird. Besonders der Anstrich auf den Tapeten stellt meist eine Trennschicht dar. Durch die vielen kleinen Löcher oder Schnitte kann das Wasser besser hinter und in die Tapete eindringen. Wenn man kein solches Werkzeug zur Hand hat, kann man auch mit dem Cuttermesser viele kleine Rauten einschneiden. Das ist mühseliger, bringt aber den gleichen Effekt.

Tapetentiger

Tapetentiger

7. Der perfekte Tapetenlöser

Das Ablösen von Tapeten kann so einfach sein. Man mischt in einem großen Eimer lauwarmes Wasser mit ein paar Spritzern Spülmittel. Das lauwarme Wasser nimmt besser den alten Kleister der Tapete beim Ablösen an, als kaltes. Des Weiteren verbindet sich das Spülmittel ebenfalls noch besser. Das Spülmittel sorgt dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers gebrochen wird. Dadurch zieht es noch viel besser in die Tapete und den Untergrund ein. Sollte man mehrere Lagen Tapeten haben, kann man zusätzlich zum Spülmittel eine geringe Menge Kleisterpulver anmischen. Der Kleister sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit auf der Tapete länger stehen bleibt und nicht sofort in den Untergrund einzieht.

Unserer Erfahrung nach kann man sich teure Tapetenablöser sparen, indem man diesen einfachen Trick befolgt.

8. Jetzt geht’s los – Einweichen

Man trägt das vorbereitete Gemisch mit einem Quast oder einer Baumspritze auf. Größere Flächen sollten in jedem Fall mit einer Baumspritze benässt werden. Das ist einfach viel effizienter.

Die Zauberformel ist:
Nass machen, nass machen und nochmal nass machen!

Niemals geizig mit dem Wasser sein. Wenn es einzieht, gleich noch mal. Reißen Sie keine Tapete ab, bevor diese nicht vollständig durchgeweicht ist. Das erschwert nur sinnlos die Arbeit. Die Tapeten verfärben sich meist dunkel beim Einweichen. Umso leichter die Tapete abgeht, umso besser. Lieber viermal einweichen, als einmal mehr kratzen.

9. Abriss

Die Tapeten sind durchgeweicht und gehen schon fast von alleine ab. Gut, dann kommt jetzt der Stilspachtel oder der Tapetenschaber ins Spiel.

Expertentipp: Man gliedert sich die Wand oder Deckenfläche vor seinem bildlichen Auge wie ein Schachbrett-Muster. Man reißt Fläche für Fläche ab und läuft nicht dauernd vor und zurück. Feld für Feld, Bahn für Bahn beginnt man immer mit einer kleinen Stelle zu schaben und versucht dann, die Tapete abzuziehen. Umso mehr man abzieht, umso einfacher wird’s. Manchmal kann man die kompletten Bahnen einzeln abziehen und erspart sich so viel Arbeit beim Kratzen. Sollte die Arbeit sehr aufwendig sein und lange dauern, immer wieder Schritt 8 wiederholen und nass machen. Bei dieser Arbeit hat man eine hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb man auch immer viel trinken sollte.

Scharber und Spachtel

10. Aufräumarbeiten

Geschafft, die Tapete ist ab und liegt auf dem Boden. Jetzt macht sich wieder die Vorarbeit bezahlt. Zunächst räumt man die großen abgerissenen Tapetenstücke zusammen und legt sie in Mülltüten. Die nassen Tapeten sind schwer. Achten Sie unbedingt auf reißfestere Tüten mit einer entsprechenden Größe. Zum Schluss rollt man die Folie und das Vlies zusammen und packt es ebenfalls in Mülltüten. Wenn man die Abdeckung richtig gemacht hat, muss man nicht einmal mehr Staubsaugen. Die Mülltüten werden oben verknotet und verklebt, so dass kein Wasser beim Transport oder beim Umfallen eines Sackes herauslaufen kann. Machen Sie die Säcke nicht zu voll. Verwenden Sie lieber einen Sack mehr, als sich später darüber zu ärgern, dass einer beim Transport gerissen ist.

Müllsäcke in der Rolle

Schlusswort

Diese Vorgehensweise ist viel einfacher, als mit dem Spachtel ewig an der Tappte zu schaben. Das Abreißen von Tapeten ist eine Vorleistung, die teilweise aus Kostengründen auch gern vom Kunden übernommen wird. Mit dieser 10-Schritte-Anleitung und unter Beachtung der richtigen Tipps geht es viel einfacher. Man kann jedoch jeden verstehen, der trotzdem keine Lust hat, diese Arbeit auszuführen. Dafür sind dann wir da und freuen uns, Ihren Untergrund entsprechend vorzubereiten.