Metall- und Brandschutzbeschichtungen für mehr Sicherheit im Alltag

Metall- und Brandschutzbeschichtungen für mehr Sicherheit im Alltag
A construction worker control in the construction of roof structures on construction site and sunset background

Inhaltsverzeichnis

In vielen Gebäuden werden tragende Bauteile aus Stahl verwendet. Dies betrifft vor allem viele moderne Dachkonstruktionen. Der Werkstoff ist stabil, lässt sich vielseitig verwenden und trägt in verschiedenen Konstruktionen von Architekten zu einem stimmigen Gesamtbild bei. Im Brandfall können die Stahlkonstruktionen allerdings zu einer lebensgefährlichen Falle werden. Durch die entstehende Hitze bei Bränden kann ein Verlust der Tragfähigkeit auftreten. Mit einer Metall- und Brandschutzbeschichtung auf den tragenden Teilen entsteht mehr Sicherheit in Gebäuden.

Für die Stahlkonstruktionen werden dünnschichtige oder dickschichtige Beschichtungen verwendet

Für die Stahlkonstruktionen in öffentlichen Gebäuden, wie Sporthallen, Stadien, Musikhäusern oder auch in Einkaufszentren werden verschiedene Metall- und und Brandschutzbeschichtungen verwendet. Unterteilt werden die Anstriche in dünnschichtige und dickschichtige Brandschutzbeschichtungen. Eine dünnschichtige Beschichtung besteht normalerweise aus einem
Grundanstrich, der Brandschutzbeschichtung und einer Deckbeschichtung. Die dickschichtige Metall- und Brandschutzbeschichtung wird mehrfach aufgetragen. Für die Beschichtung werden in der Regel Farbsysteme aus Epoxydharz verwendet, die frei von Lösemitteln sind. Die modernen Brandschutzanstriche sind außerdem emissionsarm, VOC-frei und halogenfrei. Welche Beschichtung
verwendet werden muss, hängt von der jeweiligen Gebäudeschutzklasse ab. Die Beschichtungen müssen in den Schutzklassen GK 1, GK 2 und GK 3 feuerhemmend sein. Die Schutzklasse GK 4 schreibt eine hoch feuerhemmende Beschichtung vor. In der Gebäudeschutzklasse GK 5 muss die Beschichtung feuerbeständig sein.

Metall- und Brandschutzbeschichtungen enthalten eine imtumeszierende Schicht

Bei Bränden entsteht eine sehr hohe Hitzeentwicklung. Temperaturen von bis zu 800 °C sind bei einem großen Brand keine Seltenheit. Je nach der Art des verwendeten Stahls geben viele Konstruktionen schon bei Temperaturen von 500 bis 700 °C nach. Da die Hitze nach oben steigt, sind besonders Dachkonstruktionen betroffen. Der Verlust der Tragfähigkeit kann daher zum Einsturz des Daches führen. Mit einer Metall- und Brandschutzbeschichtung wird den Feuerwehren ein größeres Zeitfenster zur Evakuierung und für die Löscharbeiten geöffnet. Dies ist möglich, weil die Beschichtung eine imtumeszierende Schicht enthält. Diese Schicht quillt bei einem Brand auf und verzögert dadurch das Erreichen der kritischen Temperatur. Je nach der Art der verwendeten Brandschutzbeschichtung werden die Stahlträger 30, 60, 90 oder 120 Minuten vor einer Überhitzung geschützt. Damit die Beschichtung im Brandfall schützt, müssen die Konstruktionen in regelmäßigen Abständen auf Schäden kontrolliert werden. Bei einem Schaden in der Größe einer 2-Euro Münze muss der Schaden ausgebessert werden.

Eine Metall- und Brandschutzbeschichtung schützt Stahlkonstruktionen auch vor Korrosion

Neben der feuerhemmenden oder feuerbeständigen Wirkung bringen Metall- und Brandschutzbeschichtungen viele weitere Vorteile mit sich. Durch das Aufbringen der Beschichtung wird die tragende Stahlkonstruktion optimal vor Korrosion geschützt. Die Anstriche sind auch beständig gegen leichte mechanische Beanspruchungen. Da die Beschichtungen in vielen verschiedenen RAL-Farben erhältlich sind, ist eine vielseitige Gestaltung der Oberflächen möglich. Die einzelnen Schichten lassen sich im Airless-Verfahren aufbringen und erhalten dadurch, je nach Schichtdicke, ein apfelsinenartiges Finish. Die Oberflächen sind für den konstruktiven Schutz gedacht, hier sollten optische Anforderungen zurückgestellt werden. Die Metall- und Brandschutzbeschichtungen dürfen nur von Fachleuten aufgebracht werden, die zertifiziert sind.